Klimalots*innen
Als Gäste in der ersten Ortsbeiratssitzung des neuen Jahres waren eingeladen Dr. Manuela Schade vom Gesundheitsamt Frankfurt und eine ehrenamtliche Klimalotsin des Projekts ‚Interkulturelle Gesundheitsaufklärung‘. Im Fokus des Vortrags stand die Vorstellung des Gesundheitsprojekts mit Blick auf klimatische Bedingungen.
Das seit 2012 bestehende Gesundheitsprojekt „Kommunale Gesundheitsinitiativen interkulturell“ wird vom Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt am Main in Kooperation mit dem ‚Kinder im Zentrum Gallus e.V./Mehrgenerationenhaus Gallus‘ organisiert und umgesetzt und von gesetzlichen Krankenkassen finanziell gefördert. Das Projektziel ist, mehrsprachige und kultursensible Gesundheitsaufklärung anzubieten und die Selbstwirksamkeit und Gesundheitskompetenz zu stärken.
Das Projekt „Klimalotsen“ ist Teil der „Kommunalen Gesundheitsinitiativen interkulturell (KoGi)“ und zielt darauf ab, Multiplikator*innen auszubilden. Die Klimalotsinnen und -lotsen sollen die Bevölkerung darüber informieren, wie man sich bei Hitze schützt, klimafreundlich ernährt, bei Starkregen richtig verhält oder im Notfall handelt. Das Projekt richtet sich an alle Menschen, legt aber besonderen Fokus auf diejenigen, die bisher wenig Zugang zu entsprechenden Informationen hatten.
Die ersten Klimalots*innen wurden Mitte des Jahres 2025 ausgebildet und stehen für Veranstaltungen zu verschiedenen Aspekten des Klimawandels und dem Umgang damit zur Verfügung. Ein Schwerpunkt liegt auf der interkulturellen Gesundheitsaufklärung. Die Klimalotsinnen und -lotsen agieren in den Stadtteilen und Quartieren, begegnen den Menschen in ihren Lebenswelten und kommunizieren bei Bedarf auch in deren Muttersprache.
Anträge und Diskussionen
Im formalen Teil der Sitzung wurden drei unserer Anträge (es gab bis auf einen ohnehin nur Anträge von uns Grünen bzw. Gemeinschaftsanträge auf grüne Initiative) behandelt.
Kontrovers diskutiert wurde der Antrag zu möglichen Standorten von Grünen Zimmern im Ortsbezirk. Hauptargumente waren der Aspekt der Geldverschwendung und dass es besser sei, dauerhafte Bepflanzungen vorzunehmen. Aber auch die Verschmutzung und dass dort Personen lagern, wurde dagegengehalten. Dauerhafte Bepflanzungen wären selbstverständlich vorzuziehen, jedoch gibt es Orte, an denen dies nicht möglich ist und die Grünen Zimmer einen Beitrag zur Abkühlung und zum Verweilen leisten. Die Standort-Vorschläge Friedberger Platz und Alfred-Brehm-Platz wurden angenommen – allein durch die Stimmen der Grünen.
Der Antrag zur finanziellen Unterstützung des Theaters Willy Praml/ Naxos-Halle beim Projekt „Industriekultur im Ostend: Beteiligung an Transportkosten“ für die wiederaufgetauchte Schleifmaschine wurde mit größerer Mehrheit angenommen. Anfang Januar kam die drei Tonnen schwere Schleifmaschine aus Freital zurück, die nach der Wende ins Erzgebirge verkauft wurde. Sie war bis in die 80er Jahre in der Naxos-Halle im Ostend im Einsatz. Die Maschine steht im Theaterfoyer und zeigt ein Stück Frankfurter Industriegeschichte.
Größeren Raum eingenommen hat die Diskussion um die Verkehrssituation an der Hanauer Landstraße. Aufgrund einer Untersuchung zur unrühmlichen „gefährlichsten Straße Deutschlands“ gekürt, haben wir Vorschläge zur Gefahrenminimierung vorgelegt. Da es deutlichen Widerstand an den Vorschlägen insbesondere von der SPD-Fraktion gab, wurde der Antrag nach längerer Debatte zurückgestellt. D.h., wir werden das Thema in der Februar-Sitzung mit einem überarbeiteten Antrag erneut einbringen.
Die Abstimmungsergebnisse der weiteren und der votierten, also nicht vor Ort behandelten Anträge und Vorlagen, sind in den Niederschriften des OBR 4 in Parlis zu finden.
Die nächste Sitzung des Ortsbeirats findet am 24.02.2026 um 19.30 Uhr im Saalbau Bornheim statt.